Rowohlt_Augen

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Harry Rowohlt wurde am 27. März 1945 in Hamburg geboren. Früh schon las er sich in der Bibliothek seiner Großmutter Weltliteratur an, schulte sein Vokabular an Autoren wie Fedor von Zobeltitz und wünschte sich einen Bart. Er besuchte das Walddörfer-Gymnasium in Hamburg und absolvierte eine Lehre als Verlagsbuchhändler beim Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. Später war er Volontär im nunmehr von seinem Halbbruder Heinrich Maria Ledig-Rowohlt geleiteten Rowohlt Verlag. Sein Amerikanistikstudium in München absolvierte er an einem Freitag innerhalb von zweieinhalb Stunden.

 

Harry Rowohlt arbeitete zeitweilig auch bei der New Yorker Grove Press, später in Deutschland als Werbetexter in einer Werbeagentur. Seit 1971 ist er freiberuflicher Übersetzer aus dem Englischen. Daneben wurde er bekannt als Vortragskünstler, als Autor der Kolumne Pooh's Corner in der Zeit sowie als Darsteller des Obdachlosen Harry in der Fernsehserie Lindenstraße.

 

Harry Rowohlt, der heute in Hamburg-Eppendorf lebt und 1996 zum Ambassador of Irish Whiskey ernannt wurde, erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1997 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau, 1998 den Kurd-Laßwitz-Preis (für seine Übersetzung von Kurt Vonneguts Zeitbeben), 1999 den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung, 2000 eine Goldene Schallplatte für 250.000 verkaufte Exemplare der CD Pu der Bär, 2001 den Satirepreis Göttinger Elch und 2003 den Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis und den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch für seine Übersetzung von Philip Ardaghs Schlimmes Ende.

 

2005 erschien die Festschrift Der Große Bär und seine Gestirne zu Harry Rowohlts 60. Geburtstag. Im selben Jahr erhielt Rowohlt erneut den Deutschen Jugendliteraturpreis – dieses Mal den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis für das Gesamtwerk eines deutschen Übersetzers. „Ein All-Age-Übersetzer wie Rowohlt, der im erwachsenen und kinderliterarischen Bereich tätig ist“, so die Jury in ihrer Begründung, „kann den Blick für literarische Qualitäten schärfen, die Werke der Kinder- wie die der Allgemeinliteratur gleichermaßen auszeichnen und so die ohnehin durchlässige Grenze zwischen den Bereichen überschreiten. Es sind Qualitäten wie ausladende Komik, Schrägheit, Hintersinn, Skurrilität, Absurdität, Übertreibung und Genialität, die das gesamte Übersetzungs-Œuvre Rowohlts durchdringen. Sein ganzes Schaffen zeichnet sich aus durch höchste Ansprüche an sich selbst und Sprachverliebtheit bis zur Sprachbesessenheit.“

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